Überarbeitung des Landesgeriatriekonzepts 2001
- Vorstandsbeschluss vom 29. Juni 2010 -
Für ein gesundes und aktives Leben im Alter ist eine entsprechende geriatrische Infrastruktur und ein entsprechendes geriatrisches Handeln unabdingbar. Um im Alter möglichst lange gesund und aktiv leben zu können, müssen sich ältere Menschen auf ein gesichertes geriatrisches Umfeld verlassen können. Die Geriatrie hat die Aufgabe, mit dafür zu sorgen, dass es zu mehr gesunden und aktiven Lebensjahren ohne schwerwiegende Beeinträchtigungen kommt. Zum anderen muss die Geriatrie dabei mithelfen, im Alter die Zahl der Krankheitsfälle und die Pflegebedürftigkeit herabzusetzen. Letztlich geht es darum – wie in geriatrischen Kreisen gern gesagt wird - „gesund zu sterben“.
Nach Anhörung des Geriatrischen Zentrums am Universitätsklinikums Tübingen, des Landratsamts, der IAV-Stellen und der gerontopsychiatrischen Beratungsstellen – hält es der Kreisseniorenrat für geboten, im Interesse der Betroffenen und ihrer Angehörigen bei der Neufassung des Landesgeriatriekonzepts insbesondere folgende Anliegen zu berücksichtigen:
Anliegen aus der Sicht des Kreises/ des Kreisseniorenplans
Systematische Koordinierung und Vernetzung der Akteure, Aktivitäten und Projekte
- Auf- und Ausbau gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen in den Kommunen
- Sicherstellung des Zugangs zu gesundheitsfördernden Angeboten auch für sozial benachteiligte und immobile Seniorinnen und Senioren
- Zielgruppenspezifische Präventionsangebote für jüngere Seniorinnen und Senioren
- Sicherstellung qualitätsvoller und gleichzeitig bezahlbarer Angebote durch entsprechende Abstimmung
- Ausbau der Informationsplattform zu gesundheitsfördernden Angeboten Unterstützung des Ausbaus eines Dienstes für die mobile geriatrische Rehabilitation
- Bessere finanzielle Ausstattung für bauliche Verbesserungen im Sinne der DIN 18025 / Teil 1 und Teil 2
Anliegen aus der Sicht der Beratungsstelle für ältere Menschen
- für die IAV- und gerontopsychiatrischen Beratungsstellen-
- Ärztliche Versorgung älter Menschen
- Klinikaufenthalte dementiell erkrankter Menschen:
- Aufnahme- und Entlassungsplanung : Verwendung von Fragebögen,
intensive Einbeziehung von Angehörigen, Erhebung biografischer Daten
- Schulung des Klinikpersonals
- „Rooming-In“- Möglichkeit für Angehörige
- Begleitung zu Untersuchungen (z.B. geschulte „Grüne Damen“)
- Einbinung Angehöriger – sofern gewünscht
- gezielte Aktivierung, Betreuung, Beschäftigungsangebote für mobile Kranke
- ruhigere Atmosphäre
- milieutherapeutische Gestaltung der Station und der Patientenzimmer:
so viel Normalität wie möglich
- „Bezugspflege“ – so wenig personeller Wechsel wie möglich
- Zusätzliches Personal, ggf. Altenpfleger zur Betreuung, Einbeziehung Ehrenamtlicher
- kontinuierliche Begleitung der Patienten, z.B. durch geschulte Ehrenamtliche
- gerontopsychiatrischer Konsiliardienst (auch Diagnostik!)
- segregative, geschützte Stationen für gerontopsychiatrisch erkrankte Menschen
Anliegen aus der Sicht des Geriatrischen Zentrums am Universitätsklinikum Tübingen
- Verbesserung der akademischen Lehre und Öffentlichkeitsarbeit
- Verbesserung der Angebote für Hochbetagte in Kliniken
- Prävention im Alter
- Selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung





